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Im Folgenden finden Sie eine Gegenüberstellung von häufigen Ernährungs- bzw.
Haltungsfehlern bei Meerschweinchen ("DON'Ts") und artgerechter Ernährung bzw.
Haltung ("DOs"). |
DOs
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DON'Ts |
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Bitte verzichten Sie zum Wohle Ihrer Tiere niemals auf Heu und
Wasser. |
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Heu ist das wichtigste Nahrungsmittel der Meerschweinchen. Es sollte immer
reichlich vorhanden sein (auch nachts). Die Tiere brauchen die Rohfasern für ihr
empfindliches Verdauungssystem. Durch das Heu "mümmeln" werden zudem die
Backenzähne gleichmäßig abgerieben, was lebensnotwendig ist, da die Zähne beim
Meerschwein kontinuierlich nachwachsen. Heu bietet man am
besten in Heuraufen oder Heubällen an. Dadurch bleibt es sauber und den
Schweinchen macht es sichtlich Spaß, das Heu aus den Raufen herauszuziehen, und
miteinander um die leckersten Halme zu wetteifern.
Qualitativ hochwertiges Heu duftet angenehm, ist grünlich und staubt nicht. Am
besten verwendet man Heu vom ersten Schnitt. Es ist rauher als das vom zweiten
Schnitt und somit besser für den Zahnabrieb. |
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Im Handel werden Trockenfuttermischungen in vielen Varianten angeboten. Viele
davon sind jedoch für Meerschweinchen (bzw. für Nager und Kaninchen überhaupt)
völlig ungeeignet, da sie fast immer Zucker, Molkereiprodukte, Honig und Ei
enthalten. Diese Inhaltsstoffe haben in der Nahrung eines reinen
Pflanzenfressers nichts zu suchen. Des weiteren finden sich in den Mischungen
immer diverse Getreidesorten und Saaten. Beide sind extrem fetthaltig und daher
ebenfalls ungeeignet. Darüber hinaus wird kaum eine Trockenfuttermischung dem hohen
Vitamin- und Mineralstoffbedarf eines Nagers gerecht. Ähnlich sieht es mit dem
Rohfaser-Anteil aus: Die meisten Futtermischungen weisen einen
Rohfaseranteil von unter 5% auf. Empfohlen werden für Meerschweinchen jedoch
zwischen 10 und 20%!
Schauen Sie sich die Angaben über Inhaltsstoffe sowie Rohfaser, Rohfett und
Rohproteine auf den Packungen an, bevor Sie sie kaufen.
Wer seinen Meerschweinchen eine auf Heu basierte Fütterung mit zwei
Frischfuttergaben täglich anbietet, der kann auf Trockenfutter eigentlich
komplett verzichten. Nur Tiere mit erhöhtem Energiebedarf, wie schwangere oder
kranke Meerschweine, sollten mit Trockenfutter zugefüttert werden. Generell ist
darauf zu achten, daß die Bestandteile des Futters auch dem Speiseplan eines
reinen Pflanzenfressers entsprechen; als Beispiel seien hier pelletierte Gräser
(z.B. Wiesengraspellets, Dillpellets) und getrocknetes Gemüse genannt.
Trockenfutter sollte stets sparsam gegeben werden. Ein Teelöffel pro Tier und Tag
ist völlig ausreichend. Alles was darüber hinaus geht, ist ein reiner
Dickmacher. Wir selbst ernähren unsere Tiere jetzt seit einigen Jahren komplett
ohne Trockenfutter und es bekommt ihnen hervorragend. Nicht zuletzt, weil die
frischen Alternativen um einiges knackiger und leckerer schmecken. Unsere
Schleckermäulchen bekommen Möhre und Gurke, dazu geben wir nach Belieben noch
weitere Gemüsesorten wie Paprika, Sellerie, Fenchel, Tomate, Feldsalat,
Eisbergsalat, Petersilie/Dill. Idealerweise sollten es 3-4 verschiedene
Grünfuttersorten pro Tag mit einem wechselnden Speiseplan sein. Das abgebildete
Frischfutter stellt eine Mahlzeit pro Tier da, wie wir sie zweimal täglich
verfüttern. Manche Meerschweinhalter berechnen den Frischfutterbedarf ihrer
Tiere nach der Faustregel 10% des Körpergewichts pro Tier und Tag. Das ergäbe
bei einem Schweinchen, das 1000g wiegt 100g Frischfutter. Wenn Sie eine
neue Gemüsesorte anbieten, denken sie bitte immer daran, sie in kleinen Mengen
anzufüttern, damit sich der Schweinchenmagen daran gewöhnen kann. Bitte niemals
etwas geben, von dem nicht bekannt ist, ob es vertragen wird. Fragen Sie bitte
vorher Ihren Tierarzt. Einmaliges Ausprobieren kann tödlich enden! Kohl oder
Lauch darf nicht verfüttert werden. Beides wirkt blähend! Kopfsalat sollte
ebenfalls nicht verfüttert werden, da er sehr nitrathaltig ist. |
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Auch die Leckerlies, die im Handel angeboten werden sind völlig überflüssig und
ungesund. Auch sie enthalten Dickmacher wie Zucker und Getreide oder sogar Hefen. Wenn Sie Ihre
Schweinchen verwöhnen wollen, bieten Sie ihnen lieber 1-2 mal pro Woche Obst an.
Nicht jedes Schweinchen wird alles mögen. Da sind die kleinen Quietschnasen
genauso wählerisch wie wir Zweibeiner. Aber auch hier gibt es reichlich Auswahl,
so daß garantiert für jedes Schweinchen etwas dabei sein sollte..Sie sollten
beachten, dass Obst viel Zucker enthält und daher nur in Maßen gefüttert werden
darf. Zur Auswahl stehen z.B. Apfel, Banane, Weintraube, Melone, Orange, Birne,
Erd- oder Stachelbeeren. Wenn Sie eine neue Obstsorte anbieten, denken sie bitte
immer daran, sie in kleinen Mengen anzufüttern, damit sich der Schweinchenmagen
daran gewöhnen kann. Bitte niemals etwas geben, von dem nicht bekannt ist, ob es
vertragen wird. Fragen Sie bitte vorher Ihren Tierarzt. Einmaliges Ausprobieren
kann tödlich enden! Steinobst sollte nicht verfüttert werden. Es wirkt blähend! |
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Hartes Brot wird oft für den Abrieb der Schneidezähne angeboten. Es ist ein
absoluter Irrglaube, dass dies gut für die Schweinchenzähne ist. Brot ist ein absoluter
Dickmacher, da es aus Getreide hergestellt wird und zudem oft
Schimmelsporen enthält, die sich während des Trocknungsprozesses bilden. Viel besser
sind Zweige geeignet, gerne auch mit Knospen oder Blättern. Zur Auswahl stehen
Weide, Birke, Pappel, Linde, Ahorn, Obstbäume (ungespritzt und unbehandelt). Nicht angeboten
werden sollten Eichenzweige. Sie enthalten schädliche Gerbsäuren. Auch Nadelbäume
sollten nicht angeboten werden, da die Rinde Harz enthält. Die Zweige dürfen
nicht behandelt oder gespritzt sein. Achten Sie bitte daher darauf, sie nicht
direkt vom Straßenrand zu nehmen. Die Zweige sollten bei Bedarf, spätestens aber einmal wöchentlich erneuert
werden. Sie werden sehen, wie schnell die Schweinchen Gefallen daran finden. Die
Knabberei ist nicht nur gesund, sondern bietet den Tieren viel Abwechslung und
Beschäftigung. |
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Oft werden Strohpellets als Einstreu verwendet, da sie saugstärker als
Hobelspäne sind. Allerdings sind die recht groben Pellets sehr unbequem für
kleine Meerschweinfüße. Es ist zwar richtig, dass die Pellets sehr saugstark
sind, aber sie sind ebenso hart. Wenn Sie dennoch nicht auf die Pellets
verzichten wollen, sollten Sie sie ausschließlich als Unterlage nehmen und darauf
zusätzlich eine Schicht
Hobelspäne streuen. Die Tiere lieben es, sich darin auszustrecken und zu
schlafen. Auf Pellets ist der Wolfühlfaktor gleich Null. Qualtitativ hochwertige
Einstreu erkennt man daran, dass sie kaum staubt und sich keine Fremdkörper
darin befinden (Zeitung, Nägel etc.). Die Späne müssen aus unbehandeltem Holz
hergestellt worden sein. Verteilen Sie die Einstreu immer großzügig und
mindestens 4-5cm hoch. Sonst schieben es die Tiere beim Laufen zur Seite und
laufen letztlich auf der blanken Unterlage. |
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Meerschweinchen sind Fluchttiere. Daher sollte jedem Schweinchen ein Haus zur
Verfügung stehen, in das es sich bei Bedarf zurückziehen kann. Am besten
geeignet sind Holzhäuser aus unbehandeltem Material. Gänzlich ungeeignet sind
Häuser aus Plastik, da die Gefahr besteht, dass die Tiere beim Nagen Teile davon
verschlucken. Dies kann lebensgefährliche Verletzungen der inneren Organe zur
Folge haben. Des weiteren sollten die Häuser jeweils mindestens zwei Eingänge
besitzen, damit es bei eventuellen Rangeleien um den besten Platz im Gehege
nicht zu Verletzungen kommt. Die Häuser sollten zudem groß genug sein, damit
sich ein Tier darin lang ausstrecken kann zum Schlafen. |
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Die wichtigste Grundregel in der Meerschweinhaltung lässt sich eigentlich mit
etwas Phantasie schon vom Namen ableiten: Je meer Schweinchen, desto
besser...;-)
Meerschweinchen sind Rudeltiere, die niemals alleine gehalten werden sollten.
Schweinchen ohne artgleichen Partner vereinsamen und werden auf Dauer
lethargisch. Auch wenn es für den Halter so aussieht, als sei das Einzeltier
glücklich und zufrieden - dies ist ein Trugschluss. Einzelhaltung von
Meerschweinen ist Tierquälerei. Wer ein Schweinchen alleine hält, bringt es um
die schönsten Momente in seinem Schweineleben. Denn nur mit einem anderen
Schweinchen zusammen kann es kommunizieren, die Welt entdecken, auf Futtersuche
gehen und sich über viele schöne schweinische Dinge freuen (z.B. wer erwischt
den Heuhalm gaaanz oben in der Heuraufe). Bei solchen Spielchen können wir
Zweibeiner nicht mithalten oder sehen Sie das anders? Niemand wird demjenigen,
der sein Tier aus Unwissenheit alleine hält einen Vorwurf machen. Wir hoffen
allerdings, dass jedem Halter sein Tier so weit am Herzen liegt, dass er immer
zum Wohle seines Tieres entscheiden wird.
In der Natur leben Meerschweinchen in großen Gruppen von einem Bock und mehreren
Weibchen. In der Obhut des Menschen kann man dies am ehesten durch die Haltung
eines kastrierten Böckchens mit mindestens einem, besser mehreren Weibchen
simulieren. Um Nachwuchs zu vermeiden, sollte das Männchen in
gemischtgeschlechtlichen Gruppen immer kastriert sein. Die Haltung reiner
Böckchen- oder Weibchengruppen ist auch möglich. Hauptsache, das Tier ist nicht
allein und harmoniert mit seiner Gruppe.
Ein Kaninchen oder der Mensch können niemals den Artgenossen ersetzen! Zudem ist
das Kaninchen einem Meerschweinchen immer körperlich überlegen. Es sollte klar
sein, dass ein unkastrierter Rammler nichts in der Nähe von Meerschweinchen zu
suchen hat. Diese beiden Tierarten sprechen völlig unterschiedliche Sprachen:
Meerschweinchen halten immer etwas Abstand zu einander, während Kaninchen immer
kuscheln wollen. Meerschweinchen plappern den ganzen Tag und unterhalten sich,
während Kaninchen nur in Angst-, Stress- und Schmerzsitutationen Laute von sich
geben. Zudem haben sie etwas andere Nahrungsansprüche, so sollten Kaninchen
nicht so viel Frischfutter fressen wie Meerschweinchen. Wenn beide Tierarten in
großen gemischten Gruppen gehalten werden, sollten sie sehr viel Platz haben, um
sich aus dem Weg gehen zu können und jeweils Artgenossen ihresgleichen bekommen. |
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Auch Kaninchen brauchen Artgenossen um glücklich zu werden. Kaninchen sind
hochsoziale Tiere, die ohne die Kommunikation und den Körperkontakt mit anderen
Kaninchen seelisch verkümmern. Genauso wie bei Meerschweinchen sollten auch hier
die Männchen immer kastriert sein. Wenn Sie einmal zwei Kaninchen zusammen
gesehen haben, die sich mögen, werden Sie nie wieder auf die Idee kommen, sie
alleine oder gar mit einem Meerschwein als Partner zu halten. |
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