Lieber kleiner lebenslustiger Rocko Schatz!
Heute haben wir Dich für immer verloren.
Es tut besonders weh,
weil wir uns gar nicht von Dir verabschieden konnten.Du hast so lange schon mit Würde Deinen Verband getragen,
dass wir uns gar nicht vorstellen konnten,
dass Du so schnell von uns gehen würdest.
Wir gaben Dich heute bei der Tierärztin ab,
damit sie Deine Wunde in Vollnarkose reinigt.
Mittags kam der Anruf.
Alles im Arm sei schwarz und bei dem Versuch,
dort etwas zu richten, ziehe man schon das Fleisch bis auf den Knochen ab.
Sie sagte noch, wärest Du Ihr Tier, würde sie Dich nicht wieder wach werden lassen.
Wir mussten in Sekunden entscheiden, über Dein Leben.
Wir entschieden, Dich schlafen zu lassen.
Wir hoffen, dass diese Entscheidung richtig war.
Wir können es nicht wissen, lediglich vermuten.
Aber wir hoffen, zu Deinem Besten entschieden zu haben,
auch wenn das schwer ist, denn Du bist nicht mehr da.
Wir haben so lange mit Dir gekämpft.
Jeden Abend haben wir Dich verbunden, in der Hoffnung,
die Entzündung in den Griff zu bekommen.
Jeden Abend war es ein Kampf,
den wir aber mit sehr viel Gurke und guten Worten gewinnen konnten.
Du warst so tapfer wie kein anderer.
Du warst der größte Gurkenvernichter der Welt.
Aufgeweckt, neugierig und trotz Deiner ellenlangen Krankengeschichte
ein Ausbund an Lebenslust.
Wie Du mit Deinem frisch verbundenen Arm durch den Käfig ge“paddelt“ bist,
Deine unzähligen, zum Teil von Erfolg gekrönten, Versuche,
den Verband selbst wieder zu entfernen, werden hier unvergessen bleiben.
Genauso wie Du, kleines Knopfauge mit Deinem aparten Lidstrich
und dem großen Gurkenhunger.
Wir hoffen, dass Du nun wieder mit allen vier Beinchen über grüne Wiesen jagst.
Wir werden Dich nie vergessen, kleiner Mann.
Dein Freund Rocky und wir vermissen Dich.
Und wir sind nicht nur traurig, wir sind auch sehr sehr wütend.
Auf all die Tierärzte, die ihre Kunden immer noch falsch beraten.
Hätte man gleich etwas gegen Deinen Ballenabszess unternommen,
hätte es gar nicht so weit kommen müssen.
Wie oft mussten wir schon gegen die riesig gewordenen Katastrophen ankämpfen –
gegen die dann letzten Endes doch nicht mehr anzukommen war.
Mit dem Tier gibt man auch die Verantwortung ab.
Aber viel zu oft in der letzten Zeit mussten wir sehen,
dass offenbar niemand jemals richtig die Verantwortung übernommen hatte.
Dann steht man katastrophalen Diagnosen gegenüber und kann nur noch versuchen,
zu retten, was zu retten ist.
Wir konnten Dir leider nicht mehr helfen.
Leider können wir keine Wunder wirken.
Sonst wärst Du sicherlich noch bei uns.
Wir vermissen Dich unendlich und haben Dich lieb!
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